Unternehmerische Aufgaben

Der Unternehmergarten soll für jedes Problem, das Unternehmer haben könnten eine Lösung bereithalten? Das kann doch gar nicht sein.

 

Richtig. Das würde gar nicht gehen.

 

Aber jedes Problem, das ein Unternehmer wahrnimmt, spiegelt auch wider, dass der Unternehmer offensichtlich mit seinem bisherigen Lösungs-Repertoire nicht weiterkommt.

 

Es geht im Unternehmergarten darum, den Unternehmer zu unterstützen, seine unternehmerische Handlungskompetenz zu erweitern.

In jedem Unternehmen sind drei Funktionen* wahrzunehmen:

  1. Die Fachkraft erstellt die Leistungen: Sie entwickelt und baut Produkte oder erbringt den Dienst am Kunden.
  2. Der Manager sorgt dafür, dass die Fachkräfte effizient und produktiv arbeiten.
  3. Der Unternehmer arbeitet an der Weiterentwicklung des Unternehmens, damit es wertvoller wird.


Fachkraft und Manager arbeiten im Unternehmen, der Unternehmer am Unternehmen. In kleinen Unternehmen wird ein Mensch naturgemäß mehrere dieser drei Rollen übernehmen. In Einzelunternehmen fallen alle drei Rollen auf ein und dieselbe Person.

Die Fachkraft-Arbeit ist am offensichtlichsten. Ohne sie werden keine Leistungen für Kunden erbracht. Management bedeutet, die Fachkraft-Arbeiten effizient zu organisieren. Ein „sichtbares“ Management gibt jedoch meist erst dann, wenn eine zweite Hierarchie-Ebene etabliert wird, wenn ein Manager Fachkräfte zu organisieren bzw. überwachen hat.

Die Rolle des Unternehmers wird in der Regel lediglich in der Gründungsphase bewusst wahrgenommen, danach fällt dies dem Tagesgeschäft von Fachkraft und Manager zum Opfer – und zwar immer zum Leidwesen des Unternehmens. Denn ohne bewusste Arbeit am Unternehmen wird der Erfolg dem Zufall überlassen: Nur solange der Markt „gnädig“ ist, geht es dem Unternehmen gut. Langfristig erfolgreiche Firmen unterscheiden sich von nur kurzweilig erfolgreichen und erfolglosen Unternehmen darin, dass die Unternehmerfunktion und die damit verbundenen Aufgaben bewusst und regelmäßig wahrgenommen werden.

Ihre Aufgaben als Unternehmer** bestehen darin, sich ernsthaft mit folgenden Fragen zu befassen:

  1. Was soll Ihr Unternehmen in der Zukunft (7 Jahre, 10 Jahre und darüber hinaus) bewirken?
  2. Worin besteht Ihre Unternehmensstrategie? Anders ausgedrückt: Für was steht Ihr Unternehmen bei seiner wichtigsten Zielgruppe? Die wichtigste Zielgruppe definiert sich als Menge von (potenziellen) Nachfragern mit einem gemeinsamen eng umrissenen Bedürfnis, auf das Ihr Unternehmen besser als jedes andere ausgerichtet ist. Wie „veredeln“ Sie dieses Bedürfnis?
  3. Welche Prinzipien und Rituale kreieren Sie, um Ihre Unternehmensstrategie im Geschäftsalltag zu manifestieren?
  4. Wie finden Sie die richtigen Mitarbeiter und sorgen dafür, dass sie auf die produktivste Weise in Ihrem Unternehmen arbeiten?
  5. Was ist die aktuell am dringendsten zu lösende Aufgabe in Ihrem Unternehmen und an wen delegieren Sie die Lösung?
  6. An wen wollen Sie das Unternehmen eines Tages übergeben (Verkauf, Vererbung, Stiftung) und wie sorgen Sie dafür, dass die Übergabe gelingt?
  7. Wie stärken Sie permanent Ihre unternehmerischen Fähigkeiten, damit Sie die anderen 6 Aufgaben immer besser wahrnehmen können?

 

* 3 Funktionen nach Michael Gerber

** 7 Aufgaben in Anlehnung an Stefan Merath